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10. Juli 2025

Die energetische Sanierung des Kulturhauses zum multifunktionalen Veranstaltungsort und Begegnungszentrum ist eins der wichtigsten städtebaulichen Projekte des ISEKs (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) für die Festspielstadt Tecklenburg.
Das Gebäude ist technisch mehr oder weniger auf dem Stand der 60er Jahre stehen geblieben und wird den heutigen Anforderungen an eine moderne Veranstaltungs- und Begegnungsstätte nicht mehr gerecht. Dies äußert sich auch durch die immensen Energieverbräuche. So ist das Kulturhaus mit rund 450.000 kWh im Jahr 2021 einer der größten Gasverbraucher stadtweit, was die städtischen Gebäude betrifft, insbesondere in Bezug auf die Nutzfläche. In der Folge wurde das Kulturhaus aus Energieeinspargründen mit Ratsbeschluss vom 20.09.2022 für den Zeitraum November 2022 bis April 2023 geschlossen.
Aufgrund der abgängigen Außenfassade ist das Kulturhaus derzeit ganzjährig mit Bauzäunen umstellt. Zudem ist die Lüftung aufgrund von Asbestbelastung außer Betrieb genommen worden, was die Zahl der max. zulässigen Besucher stark reduziert. Ein barrierefreier Zugang ist nur im Bereich des Erdgeschosses vorhanden. Es bestehen weit-reichende brandschutztechnische Mängel.
So sind folgende Maßnahmen sind im Zuge der Kulturhaussanierung vorgesehen:
Neben einer allgemeinen Ertüchtigung liegt der Fokus klar erkennbar auf energetischen Maßnahmen. Durch die vorgenannten Modernisierungen werden voraussichtlich ca. 27.300 kg/a CO2 sowie ca. 150.000 kWh Heizenergie jährlich eingespart, was einem Drittel der aufgewendeten Heizenergie im Jahr 2021 entspricht. Auch die Modernisierung des Bestandes anstelle eines Neubaus ist im Hinblick auf die Nachhaltigkeit hervorzuheben, da bei einem Neubau grundsätzlich eine viel größere Menge an Baustoffen verarbeitet wird, zu deren Herstellung, Lagerung und Transport abermals viel Energie benötigt und entsprechend mehr CO2 ausgestoßen wird. Aufgrund des bestehenden Denkmalsschutzes müsste der Neubau eines gleichgearteten Gebäudes zudem an anderer Stelle erfolgen, was im Zweifel mit einer Neuversiegelung von Flächen einher ginge.
Die Sanierung des Kulturhauses leistet in Summe einen herausragenden Beitrag zum Klimaschutz im Ortsteil Tecklenburg. Das Vorhaben und dessen Umsetzung bietet die Möglichkeit den zukünftigen Umgang mit klimaschutzpolitischen Zielen herauszustellen und dadurch ggf. auch Motivation und Anreiz für private, qualitativ hochwertige und effiziente Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zu schaffen.
Vor dem Hintergrund der Haushaltslage – aktuell und perspektivisch – ist eine Verwirklichung der Maßnahme ohne eine Zuhilfenahme von Fördermitteln nicht denkbar.
Der städtische Eigenanteil ist durch die Städtebauförderung (Bund und Land) und Kofinanzierung durch das EFRE-Programm durch die Stadt Tecklenburg finanzierbar.
Nach der komplexen aber erfolgreichen Antragstellung und Projektplanung startete am 01.07.2024 mehrere unterschiedliche Gewerke, die im Vorfeld mit dem LWL, Fachamt für Denkmalschutz, detailliert abgestimmt wurden und über unterschiedliche Ausschreibungen in enger Zusammenarbeit mit der Vergabestelle vom Kreis Steinfurt vergeben worden sind.
Dies sind die Gewerke „Elektrorückbau“, „Abbruch- und Rückbauarbeiten“ und „Schadstoffsanierung“.
Alle zwei Wochen findet zur besseren Koordination der Baustelle Baubesprechungen mit den unterschiedlichen Beteiligten (Bauherr, Architekt, Bauleiter, Firmen, etc.).
Nebenher werden weiter Planungsgespräche mit den beteiligten Firmen geführt und die Vergaben für den Rohbau vorbereitet.
Sie werden seitens der Stadtverwaltung Tecklenburg weiter auf dieser Seite auf dem Laufenden gehalten.
Die Sanierungsmaßnahmen am Kulturhaus schreiten aktuell planmäßig voran. Die Baustromversorgung wurde sichergestellt und die Rohbauarbeiten begannen im Oktober 2024. Inzwischen wurde der Erweiterungsbau vom Keller bis zum Obergeschoss fertiggestellt. Dazu zählen unter anderem das neue Treppenhaus sowie die Einbauten für Flucht- und Rettungswege und der Fahrstuhlschacht. Außerdem wurden Durchbrüche auf jeder Etage als Zugang zum Bestandsgebäude erstellt. Im Zuge der Bauarbeiten wurden neue Innenwände errichtet, bestehende Wandöffnungen fachgerecht verschlossen und kleinere Betonarbeiten durchgeführt. Die Rohbauarbeiten werden Anfang August 2025 fertiggestellt. Begleitend zu diesen Arbeiten erfolgte der Aufbau von Gerüsten sowie eines Fußgängertunnels zur Sicherung und Umleitung des Personenverkehrs.
Die Dachdeckerarbeiten starteten im März 2025 mit dem vollständigen Rückbau der alten Dachabdichtung. Anschließend wurde eine neue Dachdämmung installiert und Dachkuppeln montiert sowie zusätzlich eine neue Attika errichtet. Die Rauchabzugsanlage sowie die Entwässerungsabschlüsse wurden erneuert und sorgfältig abgedichtet. Die Fertigstellung der Dacharbeiten wird gegen Ende August erwartet.
Die technischen Arbeiten im Bereich Heizung und Sanitär begannen im Mai 2025. Anfang Juli startete die Elektroinstallation mit der Verlegung neuer Leitungen. Für August und September ist die Montage der neuen Lüftungsanlage geplant. Alle diese Arbeiten werden von Maßnahmen zum Erdungs- und Blitzschutz begleitet. Der barrierefreie Zugang zu allen Etagen durch den neuen Aufzug entwickelt sich gemäß Zeitplan. Als nächster Schritt steht die Planung der Innenbauarbeiten wie Putz- und Stuckarbeiten und auch Trockenbauarbeiten an. Der Innenausbau, insbesondere die Auswahl von Innentüren und die Integration der neuen Bühnentechnik wird geplant. Zudem erhält das Kulturhaus eine eigene Trafostation zur Energieversorgung, die im südlichen Treppenbereich in Richtung Bahnhofstraße installiert wird.
Die bislang durchgeführten Arbeiten zeigen den zielgerichteten Verlauf der Sanierung und unterstreichen das Engagement, das Kulturhaus als funktionalen, barrierefreien und denkmalgerechten Ort für zukünftige Veranstaltungen und kulturelle Begegnungen zu gestalten.
Die planmäßige Durchführung der Bauphasen sowie die Berücksichtigung denkmalpflegerischer Vorgaben tragen maßgeblich dazu bei, das historische Erbe zu bewahren und gleichzeitig eine energetische Aufrüstung und neue Nutzungsmöglichkeiten mit aktueller Technik zu schaffen.
